Wir über uns


Die Arbeitsgemeinschaft "Netzwerk der Koordinatorinnen und Koordinatoren für Fachpraxis an beruflichen Schulen" hat sich im Januar 2012 auf Initiative von Siegfried Groß, Koordinator für Fachpraxis an den Kaufmännischen Schulen in Marburg und Silvia Moos, Koordinatorin für Fachpraxis an der Theodor-Heuss-Schule in Wetzlar, zunächst für den Bereich mittelhessischer beruflicher Schulen mit dem Berufsfeld "Wirtschaft und Verwaltung", gebildet. Beim ersten Treffen in Wetzlar wurde schnell klar, dass die Koordinatorinnen und Koordinatoren für Fachpraxis eine Ausweitung auf alle Berufsfelder des beruflichen Schulwesens wünschten. Im Mittelpunkt der ersten Tagung stand auch das gegenseitige Kennenlernen und der intensive Informations- und Erfahrungsaustausch. Das berufliche Schulwesen - mit seinen verschiedenen Vollzeit-Schulformen und der Teilzeit-Berufsschule, die zu berufs- und studienqualifizierenden Abschlüssen führen - ist vielfältig, wie die insgesamt 14 Berufsfelder von "Agrartechnik" bis "Wirtschaft und Verwaltung", die an beruflichen Schulen in Hessen angeboten werden.

Beim zweiten Treffen Ende Juni 2012 in Limburg vergrößerte sich der Teilnehmerkreis, zwar noch begrenzt auf Mittelhessen, aber ausgedehnt auf alle Berufsfelder. Im Mittelpunkt dieser Tagung stand die Erarbeitung und Beschlussfassung über eine Resolution zur Besoldungsanpassung und Weiterqualifizierung der Fachpraxiskolleginnen und -kollegen an den beruflichen Schulen. Nähere Infos zur Resolution und den dazu eingegangenen Stellungnahmen finden Sie unter Positionierungen.

Ein drittes Treffen fand Mitte November 2012 in Marburg statt, bei dem über die weiteren Aspekte zur Resolution und zu einer möglichen hessenweiten Ausdehnung der Arbeitsgemeinschaft diskutiert wurde. Diese wurde dann beim vierten Treffen im Juni 2013 einstimmig beschlossen. Landesweite Treffen finden seit 2014 statt. Das aktuelle Leitungsteam wurde am 9. Mai 2019 einstimmig für die Dauer von drei Jahren gewählt. Ihm gehören an:

Siegfried Groß
Koordinator für Fachpraxis
Kaufmännische Schulen
Marburg
Sprecher des Leitungsteams
Eva Häfner
Koordinatorin für Fachpraxis
Gutenbergschule
Frankfurt
Caroline Hagel
Fachlehrerin atF
Elisabeth-Knipping-Schule
Kassel
Sprecherin des Leitungsteams
Claudia Hohmann
Koordinatorin für Fachpraxis
Berufliche Schulen
Bad Hersfeld
         
 

Silvia Moos
Koordinatorin für Fachpraxis
Theodor-Heuss-Schule
Wetzlar
Sandra Thiesen-Meinhold
Koordinatorin für Fachpraxis
Adolf-Reichwein-Schule
Limburg
Ellen Weiten
Fachlehrerin atF
Peter-Paul-Cahensly-Schule
Limburg
 

Das Leitungsteam der Netzwerk-AG der Koordinator(inn)en für Fachpraxis in Hessen:
Ellen Weiten, Eva Häfner, Siegfried Groß, Sandra Thiesen-Meinhold, Claudia Hohmann und Caroline Hagel
(v. l. n. r.). Auf dem Foto fehlt Silvia Moos. - 
Foto: privat


Was macht ein(e) Fachlehrer(in) für arbeitstechnische Fächer bzw. ein(e) Koordinator(in) für Fachpraxis?

In Hessen unterrichten insgesamt ca. 9450 Lehrkräfte an beruflichen Schulen, davon etwa 7700 sog. "Fachtheorie-Lehrkräfte", überwiegend mit dem "Lehramt an beruflichen Schulen". Von den übrigen ca. 1750 Lehrerinnen und Lehrern sind ca. 1150 sog. "Fachpraxis-Lehrkräfte", die mit einer Lehrbefähigung als "Fachlehrer(in) für arbeitstechnische Fächer" an den beruflichen Schulen tätig sind. Das Aufgabenfeld der "Fachlehrerinnen und Fachlehrer für arbeitstechnische Fächer" hat sich seit den 1960er Jahren sehr verändert. Gab es bis in die 1980er Jahre hinein den reinen, von der Fachtheorie abgegrenzten Fachpraxis-Unterricht, verschwammen die Grenzen spätestens mit Einführung sog. "Lernfelder" im berufsbildenden Bereich immer mehr. Weitere Schlagwörter, die das erweiterte Aufgabenfeld der Fachpraxis-Lehrkräfte umreißen, sind "E-Le@rning", "Projektunterricht", "Selbstorganisiertes Lernen" und zuletzt die "Mittelstufenschule", die im August 2012 als neue allgemeinbildende Schulform und Kooperationsmodell mit beruflichen Schulen eingeführt wurde.

Rund 120 der Fachlehrer(innen) für arbeitstechnische Fächer gehören als Inhaber(in) einer Funktionsstelle mit besonderen Aufgaben der jeweiligen Schulleitung als "Koordinatorin bzw. Koordinator für Fachpraxis" an. Auch ihr Aufgabenfeld hat sich verändert. Sah die Dienstordnung bis 2011 einen Aufgabenkatalog mit überwiegend beratender Funktion innerhalb der erweiterten Schulleitung vor, werden die Aufgaben aller Schulleitungsmitglieder - also auch der Koordinator(inn)en mit dem Inkrafttreten der aktuellen Dienstordnung im Geschäftsverteilungsplan der jeweiligen Schule festgelegt. - Weitere 20 Stellen hat das Hessische Kultusministerium im Jahr 2017 für sog. "Netzwerkkoordinator(inn)en" für den Schulversuch "Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA)" geschaffen.

Die verbleibenden rund 600 Lehrkräfte sind nebenberuflich Tätige aus Handwerk, freien Berufen, Technik und der Wirtschaft, die mit einer Lehrerlaubnis Spezialwissen an beruflichen Schulen vermitteln.

© Chris Berthold, Willy-Brandt-Schule Gießen

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Die besoldungs- und laufbahnrechtliche Anpassung hielt mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Außer der Schaffung einer Funktionsstelle als "Koordinatorin bzw. Koordinator für Fachpraxis" - davon gibt es in der Regel eine Stelle pro beruflicher Schule in Hessen - gab und gibt es für die Kolleginnen und Kollegen keine Anreize zur höheren Besoldung oder gar Weiterqualifizierung. Dies wurde unserer Lehrergruppe bei vorausgegangenen Initiativen von Schulpersonalräten und Gewerkschaften immer mit der formalen Argumentation, "dies lasse das Besoldungs- und Laufbahnrecht nicht zu", verwehrt.

Das wollen wir ändern - gemeinsam mit Gewerkschaften und Lehrerverbänden, Ausbildungsstellen, den örtlichen Schulleitungen und Schulpersonalräten, dem Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer beim Hessischen Kultusministerium und der AG der Direktorinnen und Direktoren der beruflichen Schulen Hessens. Fachlehrer treten für bessere Aufstiegsmöglichkeiten ein!

Die nachfolgende Grafik zeigt den derzeitigen Ausbildungsverlauf und die Beförderungsmöglichkeiten für die Fachpraxis-Lehrkräfte in Hessen:

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